China plant, die Emissionen bis 2035 um 7–10 % zu senken
Der chinesische Präsident Xi Jinping erwähnte in seiner Erklärung für den UN-Klimagipfel in New York ein neues chinesisches Klimaverpflichtung, die das Ziel beinhaltet, bis 2035 die "netto Treibhausgasemissionen in der gesamten Wirtschaft" um 7‑10 % unter das historische Höchstniveau zu senken.
Dieses neue Versprechen ist außergewöhnlich – bisher hatte China vor allem versprochen, das Emissionswachstum zu verlangsamen oder die Emissionsintensität zu stabilisieren, jedoch keine absolute Reduktion. Gleichzeitig wurden weitere begleitende Ziele angekündigt:
- Steigerung des Anteils nicht‑fossiler Energieträger am Energieverbrauch auf über 30 %
- Ausbau der installierten Kapazität für Wind‑ und Solarenergie auf das Sechsfache des Niveaus von 2020, mit einem Ziel von bis zu ~3 600 GW.
- Ausweitung des Emissionshandels (ETS) auf weitere Industriebranchen.
- Erhöhung des Anteils von Wiederaufforstung und Klimaanpassung.
Das Ziel soll "wirtschaftlich allumfassend" sein, also alle Sektoren und Arten von Treibhausgasen abdecken, nicht nur CO₂:
Obwohl China weiterhin Kohlekraftwerke baut, wofür es lautstark kritisiert wird, hat es die Installation von Solar‑ und Windanlagen stärker erhöht als der Rest der Welt zusammen. Damit übertraf das Wachstum der erneuerbaren Energien das Wachstum der Stromnachfrage, und die Erzeugung aus fossilen Brennstoffen sank um 2 %.
Gleichzeitig sieht es so aus, dass das Volumen der chinesischen CO2-Emissionen in den letzten paar Quartalen zu stagnieren beginnt, was zu der Entscheidung beitragen könnte, ein solches Emissionsreduktionsversprechen zu geben:
Quelle: SciAm, 2025; CarbonBrief, 2025
Dies ist der erste Fall, in dem China ausdrücklich eine absolute Emissionsreduktion angibt und nicht nur eine Verbesserung der Intensität oder ein langsameres Wachstum. Die Erklärung deutet zudem darauf hin, dass China von dem bisherigen Modell, das sich auf die Kontrolle des Energieverbrauchs und der Energieintensität konzentrierte, zu einem Modell übergeht, das direkt auf Emissionen abzielt.
Andererseits bezieht sich das Ziel auf „gepeakte“ Emissionen, aber es ist unklar, wann der Höhepunkt erreicht werden soll und auf welchem Niveau er liegen wird. Experten weisen zudem darauf hin, dass eine Reduktion von 7–10 % sehr konservativ ist im Vergleich zu dem, was globale Abkommen und wissenschaftliche Szenarien zur Begrenzung der Erwärmung auf 1,5 °C verlangen.
Um dieses Ziel zu erreichen, werden starke Regulierungen, Investitionen in erneuerbare Energien, ein Wandel in der Industrie, ein Emissionsüberwachungssystem, die Schaffung von Kontroll- und Emissionshandelsmechanismen nötig sein, also Trends, die wir aus der EU kennen.
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