Industrial Accelerator Act: EU führt „Made in EU“-Regeln und kohlenstoffarme Anforderungen ein
Die Europäische Kommission hat den Entwurf des Industrial Accelerator Act (IAA) vorgestellt – neue „Made in EU“-Regeln und kohlenstoffarme Anforderungen für Schlüsselindustriesektoren. Öffentliche Aufträge für Batterien, Solarmodule, Windturbinen, Wärmepumpen, Elektrolyseure oder Elektroautos müssen die Bedingung europäischer Herkunft erfüllen. Für Stahl, Zement und Aluminium gelten zusätzlich kohlenstoffarme Anforderungen.
Die Kommission reagiert auf den Wettbewerbsdruck, insbesondere aus China, das über 80 % der Produktionskapazitäten für Batterien und Solartechnologien kontrolliert. Der Entwurf soll über 30 Mio. Tonnen CO₂ einsparen und bis zu 10,5 Mrd. € in der Automobilindustrie generieren.
In der Praxis bedeutet das einen stärkeren Schutz europäischer Hersteller und höhere Markteintrittsbarrieren für chinesische Produzenten. Wenn kohlenstoffarme Anforderungen an Materialien zur Bedingung öffentlicher Aufträge werden, müssen Unternehmen die CO₂-Bilanz ihrer Produkte berechnen. Die Berechnung der CO₂-Bilanz wird nicht mehr nur ein „nice to have“ sein, sondern zu einer wettbewerbsnotwendigen Voraussetzung für den Zugang zu öffentlichen Aufträgen.
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