Methan verursacht ein Drittel der globalen Erwärmung. Dabei können wir es schnell reduzieren – uns fehlt das Marktdesign, nicht die Technologie.
Ein Artikel auf Trellis von Ian McKee liefert einen konkreten Vorschlag, wie man die Reduzierung von Methanemissionen in großem Maßstab – und schnell – finanzieren kann.
Methan ist im kurzfristigen Zeitraum ein vielfach stärkeres Treibhausgas als CO₂, verbleibt jedoch nur kurz in der Atmosphäre. Das bedeutet, dass seine Reduzierung jetzt sofortige Effekte zur Verlangsamung der Erwärmung bringen wird...
...und Bioabfall bietet eine große Chance:
- Bioabfall macht ~50 % aller Abfälle weltweit aus
- er ist fast zu 100 % recycelbar, wird jedoch biologisch zu weniger als 5 % verarbeitet
- auf Deponien zersetzt er sich ohne Sauerstoff und produziert Methan
- Kompostierung und anaerobe Vergärung daraus erzeugen stattdessen Dünger und grüne Energie
Das Problem ist nicht die Technologie – es ist das Marktdesign. Städte wollen von Deponien abwenden, fürchten jedoch die Kosten. Entwickler wollen Kapazitäten bauen, haben aber keine vorhersehbare Nachfrage. Unternehmen wollen Methan reduzieren, wissen aber nicht, wie sie das skalieren können.
Es ist notwendig, einen vorhersehbaren Markt zu schaffen, der die Finanzierung von Projekten zugänglich macht. Das heißt, ein Ökosystem zu schaffen, das langfristig klare Regeln hat und Folgendes enthält:
- katalytische Kohlenstofffinanzierung von Unternehmen mit Methanexposition
- erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) für Lebensmittelabfälle
- Zahlungen nach Abfallvolumen (Pay-As-You-Throw)
Laut UNEP kann die vollständige Umsetzung von Maßnahmen im Abfallsektor die jährlichen Methanemissionen bis 2030 um 16 % senken und bis 2050 etwa 1,8 Gt CO₂e pro Jahr verhindern.
Quelle: Trellis / Ian McKee (Carrot), 03/2026 | UNEP Global Methane Status Report 2025
Verwandte Artikel
Warum bevorzugen Unternehmen lokale Kohlenstoff-Offsets, obwohl es bessere Klimaprojekte gibt?
Verlust des Vertrauens in Nachhaltigkeit kostet Unternehmen 7× mehr als dessen Aufbau
98 % der Plastikverschmutzung sind lösbar. Und das ganz einfach. Die Analyse von Our World in Data zeigt überraschend einfach...