Nachhaltigkeitsberichterstattung – EU zurück und China vorwärts

| Eliška Kozubíková

Während die Europäische Union ihre Regeln für die Nachhaltigkeitsberichterstattung lockert, führt China sie schrittweise ein.

Das chinesische Finanzministerium zusammen mit weiteren Regierungs- und Regulierungsbehörden hat „Standard für die Offenlegung von Nachhaltigkeitsinformationen von Unternehmen Nr. 1 – Klima (Testversion)“ veröffentlicht, nach dem nach praktischer Prüfung schrittweise die verpflichtende Offenlegung von Klimainformationen durch chinesische Unternehmen eingeführt werden soll.

Inspiration IFRS

Die neu veröffentlichten Regeln für die Berichterstattung von Klimainformationen basieren primär auf den IFRS-Standards (S1 und S2), die sich auf die Offenlegung von klimabezogenen Zusammenhängen und finanziellen Informationen im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit konzentrieren. Laut dem chinesischen Finanzministerium berücksichtigen die veröffentlichten Standards chinesische Vorschriften und respektieren lokale Besonderheiten, während sie gleichzeitig auf positiven internationalen Erfahrungen beruhen. Der veröffentlichte Standard legt vor allem allgemeine und gemeinsame Anforderungen fest, China hat jedoch bereits mit der Vorbereitung spezifischer und anwendungsspezifischer Vorschriften für einzelne Branchen begonnen, wie zum Beispiel Energie, Stahl, Kohle, Öl, Düngemittel oder die Automobilindustrie, und es werden nach und nach auch Leitlinien in weiteren ESG‑Bereichen hinzukommen.

Parallel zur Einführung der Standards auf nationaler Ebene haben einige Wertpapierbörsen, z. B. in Peking oder Shanghai, ihre verbindlichen Richtlinien für die Nachhaltigkeitsberichterstattung eingeführt, wobei ausgewählte verpflichtende Emittenten ihren Nachhaltigkeitsbericht bereits für das Jahr 2025 vorlegen müssen.

Taxonomie auf Chinesisch

China hat im Jahr 2025 neu die Unterstützung der grünen Transformation seiner Wirtschaft erklärt und sich auch auf den Weg der finanziellen Förderung nachhaltiger Investitionen begeben. Seit Herbst 2025 ist der von der Chinesischen Volksbank herausgegebene „Katalog genehmigter Projekte für grüne Finanzen“ in Kraft, der als einheitliche nationale Taxonomie für nachhaltige Finanzprodukte dient.

Quellen: Ministry of Finance of the People´s Republic of China, 2025a, 2025b; China Briefing, 2026.

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Dort, wo die Nationalstaaten der Europäischen Union eine Barriere sehen, sieht China eine Chance. Das Jahr 2025 brachte in China eine Reihe von schrittweisen, aufeinander aufbauenden Maßnahmen, die die Nachhaltigkeit fördern. Der Beschleuniger war sicherlich der Versuch der EU, die europäische Wirtschaft auf einen nachhaltigen Weg zu bringen, einschließlich der Einführung von ETS und CBAM, doch während die EU einen Rückschritt gemacht hat, scheint China die grüne Transformation in den Vordergrund seiner Entwicklung zu stellen.

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