Töten Windräder wirklich so viele Vögel?

| Jiří Staník
Zabíjejí větrníky opravdu tolik ptáků?

Windkraftanlagen werden oft als „Vogelschredder“ bezeichnet. Zwei neue Studien zeigen jedoch, dass die Realität anders ist.

Das Energieunternehmen Vattenfall beobachtete in Zusammenarbeit mit dem Technologieunternehmen Spoor, das sich auf KI‑Monitoring von Vögeln spezialisiert hat, kontinuierlich eine Turbine im Offshore‑Park Aberdeepo über einen Zeitraum von 19 Monaten (Sommer 2023 – Ende 2024). Ergebnis: Keine einzige aufgezeichnete Kollision eines Vogels mit dem Rotor. Mehr als 99,8 % der Zugvögel (täglich und nachts) haben den Windrädern ausgewichen. Auch bei intensivem nächtlichen Zug stieg die Kollisionsrate nicht an.

NABU (die deutsche Entsprechung der tschechischen ornithologischen Gesellschaft) schätzt, dass in Deutschland jährlich etwa 100 000 Vögel durch Kollisionen mit Windrädern sterben. Das klingt viel, bis man die Zahlen mit anderen Todesursachen von Vögeln vergleicht:

Glasfassaden: bis zu 115 Millionen

Straßen‑ und Schienenverkehr: ~70 Millionen

Katzen: 20–100 Millionen

Hochspannungsleitungen: 1,5–2,8 Millionen

Windkraftanlagen: ~0,1 Millionen

Mit anderen Worten – Windkraftanlagen gehören nicht einmal zu den Top‑5‑Ursachen für Vogelsterben.

Was kann man daraus mitnehmen? Vogelschutz und Ausbau der Windenergie müssen nicht im Widerspruch zueinander stehen. Der Schlüssel ist kluge Planung – Vermeidung von Zugkorridoren und Brutplätzen, Nutzung von Radaren und automatischem Abschalten der Turbinen, ggf. farbliche Kennzeichnung der Rotorblätter.

Pauschale Verurteilung von Windkraftanlagen als „Vogelschredder“ nützt der Debatte nicht, ebenso wenig wie das Ignorieren realer Risiken für Greifvögel. Die energetische Transformation und der Artenschutz gehen Hand in Hand – wenn wir es durchdacht angehen.

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