Die tschechische Stahlindustrie bleibt in der Krise

| Jiří Staník

Tschechien hat laut Daten der Stahlunion im Jahr 2025 nur 2,4 Mio. Tonnen Rohstahl produziert – historisch eine der niedrigsten Zahlen überhaupt. In den letzten 10 Jahren ist die Produktion um mehr als 50 % gesunken.

Die Ursachen: geringe Nachfrage und schwache Konsum – 5,5 Mio. Tonnen ist das zweitschlechteste Ergebnis seit der Finanzkrise 2009. Hohe Energiepreise und volatile Emissionszertifikatspreise. Druck durch billige Importe aus Drittländern – das Defizit im Außenhandel mit Stahl überstieg 4 Mio. Tonnen.

Eine leichte Verbesserung bei der Produktion von Fertigprodukten war fast ausschließlich dem Neustart von Nová Huť in Ostrava zu verdanken.

Die weltweite Stahlerzeugung sank im vergangenen Jahr um 2 % auf 1,8 Mrd. Tonnen. China hält einen Anteil von 53 % (mit einem Rückgang von 4 %). Indien hingegen wächst – es überstieg 165 Mio. Tonnen (+10 %) und hat seine Produktion in einem Jahrzehnt fast verdoppelt. In der EU sank die Produktion um 2,6 %, Deutschland verzeichnete einen Rückgang von 8,6 %.

Stahl ist ein Pfeiler von Industrie, Bauwesen und Automobilsektor. Seine Krise wirkt sich auf die gesamte Lieferkette aus – und ist auch der Grund, warum Unternehmen in diesem Sektor zunehmend ihre CO₂-Bilanz, Kosteneffizienz und ESG-Berichterstattung adressieren.

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