Vergleich von Elektroautos und Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren aus Sicht des CO2-Fußabdrucks des Unternehmens

| Marek Sedláček

Der Einsatz von Elektroautos (BEV) in der Firmenflotte stößt unter anderem häufig auf Fragen: „Produzieren Elektroautos weniger CO2 als Autos mit Verbrennungsmotoren (ICE), wenn die Batteriefertigung mit einbezogen wird?“ oder „Ist ein Elektroauto aus Sicht des gesamten Lebenszyklus wirklich eine sauberere Technologie?“ Neue Studien aus Kanada und Tschechien liefern wissenschaftlich fundierte Antworten.

Kanadische und tschechische Studie – Hauptunterschiede im Ergebnis

Laut kanadischer Analyse erreichen BEV 70–77 % geringere Emissionen als ICE‑Fahrzeuge. Tschechische Studie unter Leitung von Kamil Jaššo (FEKT VUT) kam zu ähnlichen Zahlen: z. B. gibt der elektrische Hyundai Kona nach 15 Jahren Betrieb 39–46 % weniger CO₂‑Äquivalent ab als die Benzinversion. Mögliche Unterschiede zwischen Kanada und Tschechien erklärt ein unterschiedlicher Energienmix (Anteil fossiler und erneuerbarer Quellen im Stromnetz) im jeweiligen Land.

Ein spezieller Aspekt der tschechischen Ergebnisse ist zu berücksichtigen, dass die Wissenschaftler für die Berechnung der CO₂‑eq‑Aufwandes den Zustand annahmen, bei dem das Öl (zur Herstellung von Benzin und Diesel) aus der Družba‑Pipeline stammt. Das bedeutet eine grundlegend geringere ökologische Belastung im Vergleich zu einer Berechnungsvariante mit Ölttransport, z. B. per Tanker.

Einbeziehung der Batteriefertigung bei BEV‑Fahrzeugen und Kilometervergleich

Die Herstellung von Lithiumbatterien erhöht die Emissionen von BEV um 40–70 % im Vergleich zu ICE‑Fahrzeugen. Dieser CO₂‑eq‑Schuldenstand gleicht sich laut VUT bereits nach 17 500 – 32 200 km zurück, die in Tschechien gefahren wurden. Warum? 

Weil die Effizienz von Elektromotoren bei BEV 87–91 % beträgt, während Verbrennungsmotoren bei ICE nur 16–25 % der Energie aus dem Kraftstoff nutzen. Selbst beim Batteriewechsel (was selten vorkommt) bleiben BEV deutlich sauberer mit einer geringeren Gesamtemission von CO₂‑eq.

Ein neuer Trend ist zudem das Recycling von Materialien. Das wird Elektroautos noch stärker dabei helfen, die ökologische Belastung und den CO₂‑eq‑Fußabdruck zu reduzieren.

Break-even-Punkt und Besonderheiten der Tschechischen Republik

Die Tschechische Republik hat aufgrund des hohen Kohleanteils (über 40 %) höhere CO2‑eq-Emissionen bei der Stromerzeugung als z. B. die Slowakei (Kern‑ und Wasserkraft), ist aber immer noch besser als Polen (75 % Kohle).

In einer Vergleichsstudie hat dann die VUT gezeigt, dass in Polen die Emissionen von BEV nach einer durchschnittlichen Fahrleistung von 48 000 km dem Benzin‑ICE‑Auto entsprechen. In der Tschechischen Republik liegt die durchschnittliche Jahresfahrleistung von Personenkraftwagen bei 13 000 km – Emissions‑Break‑Even‑Point (Knickpunkt) tritt also nach 2–2,5 Jahren im Vergleich zu den Bedingungen in Polen ein.

Wie man den Nutzen von BEV-Fahrzeugen zur Reduzierung des CO2‑eq-Fußabdrucks des Unternehmens maximiert

  1. Lade mit grüner Energie (Solarmodule, Grüner Tarif vom Anbieter).
  2. Vermeide Schnellladestationen in Spitzenzeiten, wenn das Netz auf Kohle angewiesen ist.
  3. Wähle Fahrzeuge mit passender Batterie (kleinere Batterie = schnellere Tilgung der CO2‑eq‑Schuld).

Elektro‑ oder Verbrennungsmotoren in der Firmenflotte von Unternehmen in der Tschechischen Republik?

Für ein Unternehmen, das sowohl die Amortisation der Investition als auch seinen CO2‑eq‑Fußabdruck berechnet, ist es wichtig, in mehreren Parametern zu entscheiden: z. B. Anschaffungskosten, Nutzbarkeit, zeitliche Perspektive des durchschnittlichen Fahrleistungsniveaus, Energiequelle zum Laden, Auswirkung der CO2‑eq‑Reduktion in den einzelnen Scopes und insgesamt usw.

Wir halten bei der Arbeit mit unseren Kunden bei esgrovia die Antwort auf die Frage: Warum mache ich das eigentlich? für das Wichtigste.

Dank der Haltung und Vorteilhaftigkeit (ich will) oder dank des Drucks von Kunden und Banken zur Reduzierung von CO2‑Äquivalenten (ich muss). Das ist unserer Meinung nach entscheidend, bevor ich zu den eigentlichen Berechnungen übergehe.

Wie geht die eigentliche Berechnung?

Im Falle, dass die grundlegenden Fragen beantwortet wurden und bei der ersten Entscheidung können für die CO2‑Äquivalenz‑Berechnungen automatisierte Anwendungen von esgrovia hier genutzt werden: https://co2.esgrovia.cz/cs/information

Für die Entscheidung über eine Investition bzw. die Berechnung ihrer Rentabilität und deren Auswirkung auf die Unternehmensfinanzen und den Cashflow können Sie uns hier kontaktieren: https://www.esgrovia.cz/poradentstvi/benchmarking

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